Ausflug zum Hundertwasserturm

14. November 2016

Anscheinend war die Wiedersehensfreude bei allen Bahnfahrern der Aphasikergruppe so groß und die Unterhaltung so angeregt, dass wir erst gar nicht daran dachten, zum Gleis zu gehen. Bis uns Alfons rief: „Der Zug steht scho da!“ Dort schauten wir jedoch dem hinausfahrenden Zug hinterher! Zum Glück war es nicht unserer und Alfons freute sich, dass er uns drangekriegt hat.

Unser Ziel war Abensberg: Die Brauerei Kuchelbauer mit dem „Hunderwasserturm“.

In einer Führung durch das Brauereigelände erfuhren wir, dass die Brauerei um 1300 erstmals urkundlich erwähnt wurde und jetzt in der 4. Generation betrieben wird. Es wird nur Weißbier gebraut und davon etliche Sorten. Die Krönung ist der „Aloysius“, ein Bockbier mit 7.2.% Alkohol.

Nach Ideen von Friedensreich Hundertwasser und dem jetzigen Betreiber entstand nach 17 Jahren Widerstand der Abensberger Bevölkerung der 35 Meter hohe Turm. Durch den Turm kommen Besucher und beleben das Geschäft der Brauerei. Nach Hundertwasser’schen Manier ist sowohl im Turm als auch in dem danebenliegenden Kunsthaus alles schief, schräg, rund und bunt.

Sehr beeindrucken war für uns die Ausgestaltung des Bierkellers. Dieser wurde in früheren Jahrzehnten mit Eisbrocken aus dem gefrorenen Teich in Abensberg gefüllt. Auf dem Eis lagerte das Bier. Es war naheliegend, dass man das Bier, das man aus dem Bierkeller geholt hat, in der Nähe trank. Man pflanzte Bäume über den Bierkellern und stellte Bänke aus. Das waren die ersten Biergärten.

Der Abschluss der Führung bildete die Besichtigung des Hundertwasser-Turms zu Fuß oder per Aufzug. Ein Genuss war die Bierverköstigung im anschließenden Bierzelt, bei der jeder Besucher ein Getränkt und eine Breze erhielt. In der Nähe der Brauerei Kuchelbauer steht ein interessantes Kunstmuseum, das wir besichtigten, auch im Hundertwasser-Stil gebaut, mit interessanten Ausstellungsstücken und Gemäldekopien von Hundertwasser.

Mit einem Kaffeehaus-Besuch haben wir den schönen Ausflugstag bei sonnigem Wetter ausklingen lassen.

Georgine Lindl